
Clans of NeuBerlin
Pankower Freischar
Die Pankower Freischar ist vermutlich die demokratischste Organisation NeuBerlins und daher nur eingeschränkt handlungsfähig. Kein Beschluss wird gefasst, bevor er nicht 12 Mal neu formuliert und anschließend von jemandem bekämpft wird, der ursprünglich dafür war.
Hat Pankow sich allerdings einmal geeinigt, bewegt sich der Clan mit der Entschlossenheit von Menschen, die sechs Wochen lang nichts anderes gemacht haben als genau darüber zu sprechen.
Pankow produziert Flugblätter, Manifeste, Bildungsprogramme und erstaunlich viele Protokolle über die Frage, ob noch mehr Protokolle nötig sind.
[!warning]
In akuten Notfällen beträgt die durchschnittliche Reaktionszeit drei Sitzungen.
Prenzlauer Höhenbund
Der Prenzlauer Höhenbund lebt auf Dächern und hält das für einen kulturellen Vorsprung. Wo andere Clans Wasserstraßen besitzen, verfügt Prenzlauer Berg über Seilbahnen und haufenweise Dachgärten, von denen aus man den Rest NeuBerlins hervorragend moralisch verurteilen kann.
Der Höhenbund produziert Fermentationsprodukte, deren Namen meist länger sind als ihre Haltbarkeit.
Militärisch ist der Höhenbund auf dem Wasser eher mäßig. Dafür sieht der Clan jede Gefahr zehn Minuten früher und kann entsprechend zehn Minuten länger darüber reden.
[!tip]
Wer einen Prenzlauer nach dem Weg fragt, bekommt zuerst eine Empfehlung für einen besseren Weg.
Marzahner Plattenflotte
Die Marzahner Plattenflotte hat als einziger Clan beschlossen, dass der Plattenbau nicht gescheitert ist, sondern lediglich noch nicht schwimmen konnte. Seitdem werden ganze Wohnblöcke auseinandergesägt und in Plattenboote umgebaut.
Marzahn besitzt wahrscheinlich die einzige Nachbarschaft NeuBerlins, die morgens auseinandergebaut und abends drei Kanäle weiter wiedergefunden werden kann.
Ästhetische Kritik wird gelassen hingenommen. Meist mit dem Hinweis, dass das hässliche Gebäude wenigstens nicht untergeht.
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„Dit war mal ein Elfgeschosser. Jetzt sind’s vier Boote und ’ne Kita.“
Lichtenberger Stahlstaffel
Die Lichtenberger Stahlstaffel hält Dekoration für eine Form von Korrosion. Auf die Frage "Kann man das reparieren?", reagieren Lichtenberger grundsätzlich beleidigt.
Die Stahlstaffel hantiert mit Pumpen und Schweißgeräten. Entsprechend zahlreich sind die Kooperationen mit [[Tempelhof Diskoord]].
Politisch interessiert die Stahlstaffel vor allem, was funktioniert. Das wird von Kreuzberg als fantasielos und von Lichtenberg selbst als Mittwoch bezeichnet.
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„Wenn’s schön sein soll, frag Mitte. Wenn’s halten soll, geh aus’m Weg.“
Reinickendorfer Nordbund
Der Reinickendorfer Nordbund besteht aus Menschen, die schon vor der Überflutung lieber dort wohnten, wo andere freiwillig nicht hinfuhren. Seine Siedlungen liegen zwischen Waldinseln, Werkhöfen und Orten, die auf offiziellen Karten mit Begriffen wie "vermutlich noch da" gekennzeichnet sind.
Der Nordbund besitzt wenig Interesse an großen Visionen. Wenn jemand eine neue Gesellschaftsordnung vorschlägt, fragt Reinickendorf erst einmal, ob die Person weiß, wie man eine gefrorene Pumpe wieder zum Laufen bekommt.
Militärisch taucht der Nordbund selten dort auf, wo man ihn erwartet. Oft taucht er überhaupt nicht auf. Dafür fehlt später plötzlich die Brücke.
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„Politik? Ick dachte, wir reparieren erst mal dit Dach.“
Spandauer Bollwerk
Das Spandauer Bollwerk ist der Clan, der die Frage "Muss das wirklich so schwer sein?" grundsätzlich mit "Ja" beantwortet. Seine Schiffe sehen selbst beim Angeln so aus, als würden sie gleich einen Hafen annektieren.
Spandau kontrolliert mehrere wichtige Zufahrten und hält Grenzsicherung für eine Form der Höflichkeit. Fremde Schiffe werden solange kontrolliert, bis jeder an Bord vergessen hat, warum er ursprünglich gekommen war.
Im Gegenzug ist das Bollwerk verlässlich. Wer unter Spandauer Schutz steht, wird verteidigt. Notfalls auch gegen seinen eigenen Willen.
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"Man kann über alles reden. Hinter der Schranke."
Allianz Steglitz-Zehlendorf
Die Allianz Steglitz-Zehlendorf hat den Untergang der alten Welt vor allem als Gelegenheit verstanden, Grundstücksfragen neu zu verhandeln. Ihre Demografie besteht aus Privatanlegern und einem kollektiven Talent dafür, selbst einen Weltuntergang in eine Eigentümerversammlung zu verwandeln.
Die Allianz plant langfristig. Sehr langfristig. Während Kreuzberg noch diskutiert, ob man eine Barrikade bemalen sollte, hat Steglitz-Zehlendorf bereits den Reparaturplan für das Jahr 2134 laminiert. Man gilt dort als hilfsbereit, solange vorher geklärt wurde, wer haftet.
[!note]
Die Allianz erkennt zwei Naturgewalten an: Hochwasser und Nachbarschaftsrecht.
Konsortium Mitte
Das Konsortium Mitte hat nach dem Untergang der alten Verwaltung beschlossen, dass Geschichte offenbar dann besonders wertvoll wird, wenn niemand mehr weiß, wem irgendetwas gehört. Den Mitgliedern des Konsortiums ist es ein hochgeschätzter Brauch, Neuzugängen zu erklären, dass man ohne Antrag B-17 leider nicht ertrinken darf.
Mitte verfügt über erstaunlich wenig offizielle Macht und erstaunlich viel Macht darüber, ob etwas als "offiziell" gilt. Das Konsortium ist überzeugt, dass ein Stempel eine soziale Realität erzeugt. Ärgerlicherweise funktioniert das oft.
Seine Mitglieder betrachten sich als Hüter der Vergangenheit. Alle anderen betrachten sie als Leute, die noch immer Eigentumsnachweise für Gebäude ausstellen, deren Erdgeschoss zwanzig Meter unter Wasser liegt.
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„Natürlich können Sie die Insel betreten. Sobald die Nutzungsgeschichte geklärt ist.“
Neuköllner Freihafen
Der Neuköllner Freihafen besteht darauf, kein Clan zu sein. Er besitzt lediglich ein gemeinsames Territorium, gemeinsame Interessen, gemeinsame Feinde, gemeinsame Verteidigungsmaßnahmen und eine gemeinsame Flagge. Aber ein Clan? Auf keinen Fall.
Neukölln ist ein Gemisch aus Clubs, Bars und Booten, deren Besitzer selbst nicht genau wissen, ob sie gerade Handel treiben oder umziehen.
Was [[ships/EVERYTHING|EVERYTHING]] nicht hat, findet man wahrscheinlich im Freihafen. Was [[ships/EVERYTHING|EVERYTHING]] aus guten Gründen nicht hat, findet man dort ebenfalls.
Politische Ordnung entsteht entweder durch gegenseitige Duldung oder der Taktik, jede zentrale Autorität innerhalb von zwei Tagen zum DJ umzuschulen.
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„Wat suchste?“
„Keine Ahnung.“
„Perfekt. Zweiter Steg links.“
Schöneberg Archipel
Das Schöneberg Archipel unter [[Mia Von Schöneberg]] ist der Teil NeuBerlins, in dem man sogar auf einer schwimmenden Kompostinsel noch das Gefühl haben kann, zu einem Empfang eingeladen worden zu sein. Zwischen begrünten Dächern und hübsch gepflegten Pflanzinseln grassiert die feste Überzeugung, dass eine Katastrophe nur dann wirklich Untergang bedeutet, wenn der Salat schlecht angerichtet wurde.
Schöneberg lebt vom Kompost der moralischen Überlegenheit: Saatgut, Kräuter und anderen Leuten erklären, was akkurates Gärtnern bedeutet. Mia regiert mit unhöflicher Beharrlichkeit – was im Ergebnis fast dasselbe ist wie höfliche Behaarlichkeit, nur dass die Tischdecke witziger aussieht.
[!quote] Zitat [[Mia Von Schöneberg]] "Wir weisen freundlich darauf hin, dass Ihre Tomaten ohne uns voll scheiße aussehen."
Köpenicker Stromgeschwader
Das Köpenicker Stromgeschwader besteht aus Menschen, die ein Boot nicht besitzen, sondern offenbar genetisch dazugehören. Seine Kapitäne kennen Strömungen und Untiefen so genau, dass sie Navigationskarten als beleidigende Vereinfachung betrachten.
Motoren werden nur eingesetzt, wenn Wind und Strom versagen – und anschließend so diskret, dass niemand aus der Familie davon erfährt.
Mit Spandau verbindet Köpenick eine alte Rivalität. Spandau behauptet, ein Schiff müsse stabil sein. Köpenick behauptet, wer fahren könne, müsse nirgends gegenstoßen.
[!quote]
„Ihr nennt dit Panzerung. Wir nennen dit Angst vorm Lenken.“
Kreuzberger Kaperbund
Der Kreuzberger Kaperbund ist schrill, schräg und grundsätzlich dagegen. Seine Mitglieder bestehen aus Künstlern, politischen Theoretikern und - so ganz allgemein formuliert - aus Menschen, die vor 7 Jahren zufällig auf dem falschen Boot landeten und jetzt irgendwie dazu gehören.
Kreuzberg kapert nur selten Schiffe. Viel häufiger werden leerstehende Gebäude oder Lagerhallen übernommen und anschließend zur "temporären autonomen Nutzung" erklärt.
Eine zentrale Führung existiert selbstverständlich nicht. Das wäre so gar nicht Kreuzberg.