Kurzprofil

Funky.blend ist Administratorin des Tempelhof Diskoord, Kanonierin der INFINITY, Konstrukteurin des Rennboots FLITZA und vermutlich die einzige Person NeuBerlins, die ein leckgeschlagenes Schiff gleichzeitig reparieren, beleidigen und in Blender rekonstruieren kann.

Flink und gerissen, verbindet sie außergewöhnliche räumliche Vorstellungskraft mit technischer Präzision, Berliner Schnauze und einer ausgeprägten Neigung, Piratenklischees so lange zu parodieren, bis niemand mehr weiß, wo die Parodie endet.

Kokolores über Funky.blend

„Sie fährt, als wolle sie dem Horizont beweisen, dass er zu langsam ist.“

MerkmalBeschreibung
NameFunky.blend
ZugehörigkeitTempelhof Diskoord; Himmelfahrtskommando
FunktionKanonierin der INFINITY, Schiffskonstrukteurin, Rennseglerin
HerkunftNeuBerlin
Spezialgebiet(e)Blender, Ballistik, Elektrotechnik
Wichtigster BesitzFLITZA
ErscheinungsbildWerkstattkleidung
Größte SchwächeDramatik, schnelle Boote, Piratenwitze
HaltungFrech, lustig, schlagfertig

Biographie

Funky lernte 3D Modellierung im Kindesalter auf einem improvisierten Rechner, dessen Grafikeinheit bei jedem Renderdurchgang die Werkstattbeleuchtung dimmte.

Ihr Name entstand aus einer frühen Projektdatei “Funky.blend”; eine Blender Datei, die das Modell eines Rennboots enthielt, sowie eine Notiz mit Inhalt “WENN_DU_DAT_LÖSCHT_HAU_ICH_DICH_NACH_PALOMA”. Da niemand den Namen des Mädchens in der Werktstatt kannte und sie auf Nachfragen nur auf die Datei zeigte, gab man ihr den Namen Funky.blend.

Gemeinsam mit Ciao Von Bella und Salt Brah bildet Funky.blend die Administration des Tempelhof Diskoord. Sie koordiniert Werkhallen, führt Reparaturen durch und hält Spasti davon ab, das Treibstofflager zu plündern. Ihr effektiver Verwaltungsstil gilt als schwer vorhersehbar und für Außenstehende unnötig beleidigend.

Funky über Verwaltung

„Ordnung is, wenn jeder weiß, wo dit Teil liegt. Bürokratie is, wenn et dafür drei Formulare gibt und dit Teil trotzdem weg is.“

Funky ist berüchtigt dafür, kurz vor dem Start eines Bootsrennens an fremden Booten vorbeizugehen, einmal mit dem Finger gegen den Rumpf zu klopfen und zu sagen:

„Mutig.“

Häufig ziehen Teilnehmer daraufhin ihre Teilnahme am Rennen zurück.

Beiträge zu Open Wing

Funky lieferte maßgebliche Beiträge zur Netztopologie der Open Wings Flugrouten. Funky bestand darauf, dass das Informationsnetz nicht unabhängig von der realen Stadt betrachtet werden dürfe. Eine Nachricht, die ein Ersatzteil lokalisiert, sei nutzlos, wenn das einzige verfügbare Boot gerade unbesegelt im Tempelhof Diskoord liege.

Sie entwickelte mehrere Versionen, mit denen sich Engpässe zwischen Open Wings, EVERYTHING und den Bootsflotten NeuBerlins simulieren ließen. Die 3D Simulationen waren technisch hervorragend und visuell voller kleiner Haie, die blockierte Routen fraßen.

Persönlichkeit

Funky gehört zu jenen Menschen, deren physische Größe in keinem nachvollziehbaren Verhältnis zu der Menge an Raum steht, die sie einnehmen. Sie ist flink, bewegt sich schnell und erscheint in Werkhallen häufig an Orten, an denen sie wenige Sekunden zuvor noch nicht gewesen sein kann. Niemand hat sie jemals eine Leiter vollständig hinaufsteigen sehen. Meistens taucht sie einfach da oben auf.

Ihre Kleidung ist funktional, aber nie zufällig. Werkzeugschlaufen, Handschuhe und aufblasbaren Gurte sind so angeordnet, dass sie beim Arbeiten nicht stören und auf dem Wasser treiben. An ihrem Gürtel hängt ein Kompass, ein Magazin aus Briefkapseln mit Open Wings-Motiv, sowie ein Werkzeug, dessen Funktion sie nur mit den Worten erklärt:

„Wenn de fragen musst, brauchste dit noch nich.“

Ihre Beleidigungen sind selten laut, aber technisch so präzise, dass selbst der Betroffene kurz darüber nachdenken muss, ob er tatsächlich falsch verschraubt wurde.

Obwohl sie sich regelmäßig über romantisierte Seefahrt lustig macht, besitzt sie selbst eine auffällige Schwäche für dramatische Auftritte, rasante Wendemanöver und das gleichzeitige Abfeuern mehrerer Signalraketen.

Fähigkeiten

Dreidimensionale Beleidigungen

Funky.blends außergewöhnlichstes Talent ist ihre Fähigkeit, komplexe räumliche Strukturen nahezu vollständig im Kopf zu zerlegen und wieder zusammenzusetzen. Bei Schiffen erkennt sie Lastpfade, Materialspannungen und schlechte Gewichtsverteilung oft auf den ersten Blick. Sie betrachtet ein Boot selten länger als einige Sekunden, bevor sie eine Diagnose ausspricht, die der Eigentümer üblicherweise nicht hören möchte:

„Backbord zu tief, Kapitän zu fett.“

Sie fertigt digitale Modelle beschädigter Schiffe an, simuliert Umbauten und entwirft Ersatzteile, bevor in der Werkhalle das erste Blech geschnitten wird. Wo andere Konstrukteure Zeichnungen benötigen, öffnet sie das Modell in Blender, entfernt drei überflüssige Bauteile und erklärt anschließend, dass das Original „zu viel Meinung und zu wenig Geometrie“ besitze.

Tempelhofer Überlieferung

Es heißt, Funky könne ein Schiff allein anhand seines Motorgeräuschs korrekt modellieren.

FLITZA und INFINITY

FLITZA ist ein Hochgeschwindigkeits-Sportboot der SHARK Serie, vollständig von Funky.blend entworfen, modelliert und über mehrere Rennsaisons weiterentwickelt. Funky’s Talent für Geschwindigkeit macht sie zu einer gefürchteten Konkurrentin der NeuBerliner Bootsrennen, bei denen Funky stets mit FLITZA antritt.

FLITZA ist so niedrig gebaut, dass es bei hoher Geschwindigkeit den Eindruck einer außer Kontrolle Seeschlange macht. Funky lehnt sich beim Fahren weit nach vorn und bewegt sich mit dem Boot, wodurch FLITZA in engen Kurven beinahe wie ein Hai wirkt, der sich das Ziel gesetzt hat, vor ihm befindliche Rennteilnehmer zu fressen.

Die INFINITY - Schiff der Tempelhofer Diskoords - besitzt am Heck eine spezielle Dockschiene, über die FLITZA während langsamer Fahrt aufgenommen oder ausgesetzt werden kann. Funky nennt das Manöver Haifisch parken. Andere Besatzungsmitglieder nennen es „bitte diesmal mit Vorwarnung“.

Auf der INFINITY ist Funky.blend die Kanonierin. Die Waffensysteme selbst bezeichnet sie gerne als „technische Meinungsverstärker“.

Fibo über Funky

„Funky ist brillant. Aber der Sicherheitsfaktor ist beleidigend.“

Beziehungen

Fibo

Zu Beginn des Himmelfahrtskommandos interagieren Funky und Fibo nur selten. Beide beobachten einander jedoch mit jener Form vorsichtiger Neugier, die technisch begabte Menschen entwickeln, wenn sie vermuten, jemand anderes könnte tatsächlich etwas können.

Ihre gegenseitige Sympathie entwickelt sich über kleine technische Gesten: Fibo hinterlegt optimierte Steuerparameter für FLITZA, ohne sie zu erwähnen. Funky konstruiert für ihn einen Werkzeughalter, der exakt zu seiner Hand passt, und behauptet anschließend, das sei „weniger peinlich, als ständig den Schraubenschlüssel aufzuheben“.

Später bezeichnet Spasti die beiden als „dieses eine Paar, wat sich gegenseitig mit Fachbegriffen anmacht“.

Kokolores

Zwischen Funky.blend und Kokolores besteht eine stille, überraschend stabile Nähe. Kokolores richtet ihren Blick auf Horizonte, Funky auf die Frage, wer schon wieder Werkzeug im Regen liegen gelassen hat.

Gerade deshalb ergänzen sie einander. Koko gibt keine Befehle, um ihre Stellung zu bestätigen, und hält sich nicht für klüger als ihre Besatzung. Für Funky, die auf Autoritätsgehabe allergisch reagiert, ist das ein wesentlicher Grund, sich dem Himmelfahrtskommando überhaupt erst anzuschließen.

Typischer Planungsdialog

Kokolores: „Was wäre, wenn wir einfach über das Gewitter rüberfliegen?“
Funky: „Dann wären wa überm Gewitter.“
Kokolores: „Siehst du.“
Funky: „Nee. Ick sehe drei Arten, wie wa sterben.“
Kokolores: „Aber es könnte klappen, oder?“
Funky: „Leider ja.“

Funky über Kokolores

„Sie kann zehn Leute dazu bringen, in denselben Sturm zu fahren. Ick muss danach bloß erklären, warum der Mast fehlt.“

Spasti

Spasti verkörpert alles, was Funky an technischer Arbeit ablehnt. Seine unkontrollierte Hitze, spontanen Entscheidungen und sein tiefes Vertrauen darauf, dass Probleme durch kräftiges Schlagen verschwinden, führen dazu, dass Funky und Spasti sich häufig in Streitigkeiten verkeilen.

Werkstattgespräch

Funky: „Fass den Tank nich an.“
Spasti: „Warum?“
Funky: „Weil da Methanol drin is.“
Spasti: „Ick trink Methanol.“
Funky: „Genau deswegen.“

Ihre Streitereien folgen oft einem festen Ablauf. Spasti schlägt eine absurde Lösung vor beziehungsweise der Lösung ins Gesicht. Funky erklärt, warum das nicht funktionieren kann. Spasti beginnt mit der Umsetzung, bevor Funky ihn davon abbringen kann. Funky ruft nach Fibo, weil sie glaubt, dass Fibo als intelligenter Mensch die Situation unter Kontrolle bringen müsste. Fibo bringt Situation nicht unter Kontrolle. Funky wendet sich an Kokolores. Kokolores steht am Bug, beobachtet eine ungewöhnliche Wolkenformation und sagt etwas wie: „Vielleicht muss er das selbst herausfinden.“ Funky gibt auf.

Im Verlauf des Himmelfahrtskommandos beginnt Funky allmählich, Spasti’s Feuerfähigkeiten technisch aufzurüsten. Sie baut ein Gurtsystem, das ihn bei starkem Rückstoß daran hindert, vom Deck zu fliegen. „Kindersicherung für Brandstiftung.“, nennt es Funky.

Salt Brah

Funky fordert Salt Brah’s Führungsposition regelmäßig heraus, häufig mit der Frage, ob er seine Agenda „auch technisch zu Ende gedacht“ habe. Doch Funky respektiert ihn auch wegen seiner rebellischen, humanitären Grundhaltung.

Salt Brah wiederum betrachtet Funky als notwendiges Korrektiv. Er formuliert Ziele; sie konfrontiert ihn mit Materialkosten und Logistik. Wenn Funky nach langem Streit sagt: „Kann man machen“, gilt dies innerhalb des Diskoord als einstimmiger Beschluss.

Ciao Von Bella

Funky und Ciao Von Bella ergänzen sich deutlicher als jedes andere Mitglied des Himmelfahrtskommando. Wo Ciao Konflikte entschärft, setzt Funky Grenzen. In gefährlichen Situationen sind beide ohne die jeweils andere Person erstaunlich aufgeschmissen.

Quote

Ciao: „Du kannst nicht jeden Konflikt mit einem Schraubenschlüssel lösen.“
Funky: „Kommt auf den Schraubenschlüssel an.“
Ciao: “Genau deshalb bin ich hier.“

Ihre Fähigkeiten ergänzen sich auch operativ. Ciao führt Open Wings-Tauben durch unsichere Lufträume, während Funky den Luftraum von der Kanonenstation der INFINITY aus überwacht. Tauchen feindliche Schiffe auf, schützt sie die Flugkorridore, zwingt Angreifer auf Abstand oder schießt gezielt Segel, Antennen und Steuerflächen aus der Gefahrenzone.

Ihre Freundschaft besitzt zudem eine ruhige, häusliche Seite. Ciao liest häufig in der Werkstatt, während Funky Modelle bearbeitet oder Bauteile prüft. Ciao erkennt an Funkys Tippen, ob ihr Prototyp funktioniert. Funky erkennt an der Geschwindigkeit, mit der Ciao Seiten umblättert, ob sie tatsächlich liest oder über etwas nachdenkt.

Ciao Von Bella gehört zu den wenigen Menschen, die Funky ironiefrei loben kann, wenn auch meist nur in Ciao’s Abwesenheit. Funky wiederum würde nie offen behaupten, dass sie Ciaos Urteil vertraut. Und doch fragt Funky bei nahezu jeder riskanten Entscheidung: „Wat sagt Bella dazu?“

Typische Sprüche

Über Boote

„Dit Leck is nich groß. Dit Wasser is nur motiviert.“
„Der Motor klingt, als hätte er Schulden.“
„Wenn du noch mehr Gewicht nach hinten packst, fährt dit Boot rückwärts in die Zukunft.“
„Setzt die Segel! Also die richtigen, nich wieder die Deko.“
„Klarmachen zum professionellen Rumstehen!“
„Alle Mann an Deck, außer die, die wat Sinnvolles tun.“
„Zielsystem kalibrieren, Rückstoß prüfen und dann könn wa uns gern lächerlich machen.“

Als Kanonierin

„Ziel erfasst. Moralische Bedenken laden noch.“
„Breitseite Steuerbord! Oder rechts, für Menschen ohne Schulabschluss.“
„Der Rumpf is nich schief. Der hat nur aufgegeben.“
„Dit fährt bestimmt noch. Fragt sich bloß, ob in die Richtung, in die ick schieß.“

Über Fibo

„Der is nich arrogant. Der hat nur leider oft recht.“
Fibo baut Maschinen, die Probleme lösen, von denen vorher keener wusste, dass wa se brauchen.“
„Romantisch? Ick hab ihm nur erlaubt, die Steuerkurve anzufassen.“