Kurzinfo

Die EVERYTHING ist eine dezentral organisierte Flotte aus Booten, Schiffen, Schuten und Pontons, die in ihrer Gesamtheit einen schwimmenden Marktplatz bildet. Unter der Leitung von Solo Mio versorgt sie NeuBerlin mit so ziemlich allem, was sich tragen, schleppen, bunkern, verladen oder mit ausreichend gutem Gewissen weiterverkaufen lässt.

Slogan: Haben wir. Sonst besorgen wir’s.

Im Grunde ist die EVERYTHING weniger ein einzelnes Schiff als ein Meta-Schiff: eine schwarmintelligente Handelsflotte, deren einzelne Fahrzeuge unabhängig operieren, Bestände austauschen und sich bei Bedarf zu größeren Handelsplätzen zusammenschließen.

Die EVERYTHING verkauft Seglerbedarf, Baustoffe, Antiquitäten, Werkzeuge und abgepackte Lebensmittel – kurzum alles, was die Menschen einer halb im Wasser versunkenen Großstadt eben benötigen. Frischware stammt überwiegend aus den Aquaponiken. Was früher REWE, Edeka, Aldi, Späti, Baumarkt und Ersatzteillager auf fünf verschiedene Adressen verteilt hätten, liegt bei der EVERYTHING im Idealfall fünf Boote voneinander entfernt.

Und wenn nicht, kostet es Liefergebühr.

Dabei versteht sich die EVERYTHING längst nicht mehr nur als Warenhändler. Sie bietet zunehmend auch Infrastruktur als Dienstleistung an. Wer einen Lastkahn, einen Schwerlastkran oder ausreichend Transportkapazität für ein Problem benötigt, von dem er gestern noch nicht wusste, dass er es besitzt, kann dies über die EVERYTHING organisieren.

In einer Szene des ersten Buches erscheint beispielsweise ein Lastkahn der EVERYTHING, um ein VAWT vom Dach des Schnittlauch-Ministeriums abzutransportieren. Solo Mio stellt solche Dienste großzügig in Rechnung. Großzügig vor allem in Bezug auf die Höhe der Rechnung.

Geschichte

Gegründet wurde die EVERYTHING noch während des Baus der Südflanke, zu einer Zeit, in der zahlreiche Händler unabhängig voneinander über optimierte Sortimente und Lieferwege nachdachten.

Recht schnell kamen sie auf denselben Gedanken: Der einfachste Weg, ein größeres Sortiment anzubieten, besteht darin, nicht alles selbst besitzen zu müssen. Also verbündeten sie sich.

Unmittelbar danach begann der Streit darüber, wer die Bonrollen aufbewahrt.

Aus diesem Bündnis entstand das kollektive Handelszentrum NeuBerlins. Sein wichtigster Grundsatz lautet bis heute:

„Führen wir nicht“ ist keine zulässige Antwort.

Wenn ein Händler eine Ware nicht besitzt, wird ein anderer Händler gesucht. Hat auch dieser sie nicht, wird jemand gefunden, der weiß, wo sie liegt. Und weiß niemand, wo sie liegt, kennt Solo Mio zumindest jemanden, der behauptet, sie bis Donnerstag liefern zu können.

Die Kommunikation zwischen den Händlern erfolgt unter anderem über das Letter-Flooding der Open Wings. Bestellungen, Suchanfragen und Transportaufträge verbreiten sich so durch das Handelsnetz, bis irgendwo eine passende Ware auftaucht.

Auf diese Weise entstand etwas, das der alte Einzelhandel als Warenwirtschaftssystem bezeichnet hätte. Solo Mio nennt es Kundenservice.

Handel

Jeden Morgen scannt die EVERYTHING die Flaggen auf den Dächern NeuBerlins. Sie dienen unter anderem zur Meldung von Bedürfnissen.

Wenn beispielsweise drei Stadtteile gleichzeitig Baumaterial anfordern, kann die EVERYTHING frühzeitig Bestände verschieben. Wenn irgendwo eine Versorgungslücke entsteht, kann sie geschlossen werden. Wenn irgendwo eine Versorgungslücke entstehen könnte, kann man vorsichtshalber ebenfalls die Preise anpassen.

Das System ist erstaunlich effizient.

Jeden Sonntag ab Punkt neun Uhr vormittags assembliert ein Teil der Flotte außerdem einen offenen Flohmarkt entlang des halb versunkenen Brandenburger Tors. Händler, Handwerker, Schatzsucher und Privatpersonen können dort eigene Waren anbieten. Die Anmeldegebühren variieren je nachdem, wie sympathisch Solo Mio die Antragsteller findet.

Das Fundbüro

Das Fundbüro fungiert als organisatorische Zentrale der EVERYTHING. Es ist damit ungefähr das, was bei Edeka eine Zentrale, bei REWE ein Warenwirtschaftssystem und bei Aldi vermutlich eine sehr ernst dreinblickende Person mit Tabellen wäre.

Gleichzeitig ist das Fundbüro Solo Mios Hauptquartier.

Mehrere Details legen nahe, dass er dort auch lebt: ein Sofa, eine mit schmutzigen Kaffeebechern belagerte Barista-Maschine, ein gutes Dutzend Ferngläser und eine Sammlung seltener Weine.

Die Weine dienen laut Solo Mio ausschließlich geschäftlichen Zwecken. Sie werden bevorzugt geöffnet, bevor über Preise gesprochen wird.

Das Fundbüro besitzt außerdem einen hervorragenden Überblick über Warenbewegungen innerhalb NeuBerlins. Welche Boote was geladen haben, welche Viertel welches Material benötigen, wer wem noch etwas schuldet und welcher Händler überraschend günstig verkaufen würde, wenn er wüsste, dass seine Ware morgen niemand mehr benötigt.

Solo Mio weiß solche Informationen zu schätzen. Er sammelt sie sorgfältig. Wie Rechnungen.

Funktion

Die EVERYTHING ist das REWE, Edeka und Aldi NeuBerlins, wenn man alle drei zusammenschweißen, auf Pontons setzen und anschließend einem Mann übergeben würde, dessen größte Freude darin besteht, einen Einkaufspreis dreimal herunterzuhandeln.

Sie versorgt NeuBerlin mit Lebensmitteln, Werkzeugen, Baumaterial, Ersatzteilen, Segeln, Seilen und Einweggrills zum Sonderangebot.