Kurzprofil

Nero ist vermutlich Drahtzieher der Exilium AG. Seine Gewohnheit, mit gleicher Pathologie zu lügen wie mit Überraschungseffekten aufzutauchen und zu verschwinden, macht ihn schwer einschätzbar. Man weiß so gut wie gar nichts über ihn; ein Umstand, der ihm großes Vergnügen bereitet. Fibo bezeichnet ihn als 404er. Spasti verfällt bei Situationen, in denen Nero erscheint, in sonderbare Traumatas, die vermutlich mit seiner Vergangenheit im Exilium in Zusammenhang steht.

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“Kennst du nicht die berühmte Weisheit aus dem Schach: ‘Ein Springer am Rand steht schlecht.’ Die Freiheit erreicht ihr Maximum im Zentrum des Systems.” <- Nero

MerkmalBeschreibung
NameNero???
Zugehörigkeit?
Funktion?
Herkunft?
Spezialgebiet?
Wichtigster Besitz?
Erscheinungsbild?
Größte Schwäche?
Grundhaltung?

Biographie

Nero gilt als möglicher Drahtzieher der Exilium AG. Seine von widersprüchlichen Zeugenaussagen begleiteten Sichtungen in NeuBerlin nähren den Verdacht, dass Exilium keineswegs zerschlagen wurde, wie Spasti bis heute behauptet. Plausibler scheint der Verdacht, dass Exilium lediglich vom sichtbaren Feld verschwunden ist und sein Hauptquartier unbemerkt nach NeuBerlin verlegt. Auch Neros Bemühungen, zwischen den weitgehend autonomen Clans eine neue Regierungsordnung zu etablieren, tragen zumindest seine Handschrift: Nach jeder Verhandlung stehen die Beteiligten ungünstiger da als zuvor.

Die Anschläge, die schließlich zu den Clankriegen von NeuBerlin führten, werden Nero zugeschrieben. Er selbst hat die Vorwürfe mehrmals bestätigt und später wieder zurückgenommen. Genau hier macht sich die Schwierigkeit bemerkbar, den tatsächlichen Hergang der Anschläge wahrheitsgemäß zu rekonstruieren: Neros Geständnis löste Ermittlungen aus, die sich in widersprüchliche Beweislagen verirrten, und schließlich fallen gelassen werden mussten.

So ist die Frage, welche Position er in den Ereignissen überhaupt einnimmt, bis heute unklar.

Nacht der 4 Blamagen

In der Nacht zum 4. November 2121, die später als die „Nacht der vier Blamagen“ in die Chroniken einging, verschwanden sämtliche Vertragssiegel zwischen den Clans von NeuBerlin. Am folgenden Morgen lagen an ihrer Stelle äußerlich identische Fälschungen. Da sich nicht mehr zweifelsfrei feststellen ließ, welche Verträge noch gültig waren, mussten jahrelange Verhandlungen von Neuem eröffnet werden.

Nero erklärte später, er habe herausgefunden, wann die Clans sich an ihre Verträge erinnerten und wann nur an deren Stempel. Andere sahen darin einen Hinweis darauf, dass der Diebstahl nicht der eigentliche Zug gewesen war, sondern den Clanführern nur die Möglichkeit zeigte.

Schöneberg Protokoll

Das sogenannte “Schöneberg-Protokoll” brachte die Gespräche zwischen Schöneberg und Moabit in vergleichbare Blockaden: Mia Von Schöneberg erhielt einen Wing, der angeblich von Ajax unterzeichnet worden war. Darin wurde behauptet, Moabit plane die Verstaatlichung Schönebergs. Ajax bezeichnete das Schreiben umgehend als Fälschung. Noch bevor beide Seiten den Vorfall gemeinsam untersuchen konnten, erhielten sie ein Geständnis Neros, in dem er die Verantwortung für den gefälschten Brief übernahm.

Später erwies sich auch dieses Geständnis als Fälschung.

Damit war nicht nur unklar, wer den ursprünglichen Brief verfasst hatte. Ebenso wenig ließ sich feststellen, ob Nero zu Unrecht beschuldigt worden war, sich selbst fälschlich beschuldigt hatte oder lediglich wollte, dass beide Möglichkeiten nebeneinander bestehen blieben. Mia und Ajax sahen sich zu gegenseitigen Versicherungen gezwungen, obwohl keiner von ihnen dem anderen nachweislich etwas angetan hatte. Das Schöneberg Protokoll zwang die Schönebergs und Moabits für mehrere Wochen zu zähen Verhandlungen, die zu nichts führten.

Aus dem Schöneberg-Protokoll entstand die Theorie, Nero sei nicht der Kopf der Vorgänge, sondern nur eine vorgeschobene Figur eines größeren Komplotts. Insbesondere sein gefälschtes Geständnis wurde als Zeichen dafür gewertet, dass die Exilium AG längst in NeuBerlin Fuß gefasst habe und ihren vermeintlichen Drahtzieher ebenso lenke wie alle anderen Beteiligten.

Experiment über Bürokratie

Am 3. Dezember liefen zwölf Versorgungsschiffe in den Hafen von Schöneberg ein. Ihre Ladungen waren ordnungsgemäß verzollt und die Gebühren bereits dem Bezirk zugeordnet. Lediglich die angegebenen Empfänger existierten nicht. Da die Schiffe den Hafen legal erreicht hatten und niemand ihre Ladung annahm, musste Mia Von Schöneberg für Liegeplätze, Entladung und Zwischenlagerung aufkommen. Eine Zurückweisung hätte wiederum gegen die von Schöneberg selbst erlassenen Versorgungsvorschriften verstoßen.

Nero bezeichnet den Vorfall als „Experiment über Bürokratie“. Auf Nachfrage, was das Experiment ergeben habe, antwortet er, dass Regeln ausgesprochen zuverlässig arbeiten, solange niemand danach frage, wem sie nützen. Ob er die Schiffe tatsächlich entsandt hatte, konnte nie geklärt werden. Sicher war nur, dass Mia bezahlen musste.

Die Fehlende Karte

Im marine_archiv der Moabits hing jahrzehntelang die einzige vollständige Karte der Wasserstraßen von NeuBerlin. Eines Morgens fehlte darauf der gesamte Bereich um das Tempelhof Diskoord.

Zwei Tage später brannte derselbe Bereich des Diskoords nieder.

Nero erklärte, er habe aus dem Vorfall gelernt, dass Landkarten auch die Zukunft beschreiben können, anstatt nur vergangene Sichtungen zu kartografieren.

Seitdem wird jede Lücke in den Archiven von NeuBerlin wie eine Ankündigung gelesen. Kartenzeichner ergänzen verschwundene Linien, noch bevor geklärt ist, ob sie jemals existierten. Die Clans sichern Orte, die möglicherweise gar nicht bedroht sind, und vernachlässigen dafür andere. Nero muss kaum noch selbst handeln. Es genügt, dass die Stadt bei jeder Unregelmäßigkeit seinen nächsten Zug vermutet.

Vielleicht besteht genau darin sein eigentliches Manöver: Nero bringt NeuBerlin unter seine Kontrolle, indem er dafür sorgt, dass die Figuren sich in Erwartung seines nächsten Zugs selbst in Stellung bringen.

Persönlichkeit

Er wird häufig in der Nähe von Rauchzeichen und Häuserbränden entdeckt. Grundsätzlich scheint ihm die Pyromanie eine Herzensangelegenheit zu sein. Ob er die Brände selbst legt oder indirekt mit ihnen zusammenhängt, schwebt mit gleicher Verschwommenheit durch das Narrativ wie die Versuche, seine Absichten zu verstehen.

Dabei ist Nero ganz und gar nicht böse. Viel eher wirkt es so, als seien seine Schneisen der Verwüstung bloßer Zeitvertreib. Er ist höflich, begegnet seinen Mitmenschen auf Augenhöhe und hört aufmerksam zu, nur um dann in den Rauchwolken der nahegelegenen Häuserbrände zu verschwinden.

Es ist davon auszugehen, dass sein mysteriöses Auftreten Teil einer Verteidigungsstrategie ist. Sein Werdegang innerhalb der Exilium könnte ihn skeptisch gegenüber den vielen Menschen gemacht haben, die versuchten, ihn aus dem Amt zu stechen.

Fähigkeiten

Schach

Beziehungen

¯°)_/¯