Kurzprofil

Solo Mio ist Kapitän der EVERYTHING, Großhändler und Harpunenjäger. Maßgeblich an der Gründung NeuBerlins beteiligt, kennt er die Stadt wie seine Westentasche. Er kann heiße Ware am Zoll vorbeischieben und sehr schlecht singen. Zudem ist er Millionär.

MerkmalBeschreibung
NameSolo Mio
ZugehörigkeitEVERYTHING
FunktionKapitän der EVERYTHING
HerkunftBerlin
SpezialgebietFeilschen, Harpunen, Rumschreien
Wichtigster BesitzMichaelangelo
ErscheinungsbildGroß und dick
Größte SchwächeGier
GrundhaltungLaut, lustig, kriminell

Biografie

Start seines Werdegangs markierten seine vielen, kurzen Stationen als Lagerarbeiter in den Warenhäusern des alten Berlins. Umfassendes Verständnis darüber, wie der Zoll tickt, sowie die Fähigkeit, Ladekräne schneller auf- und abzubauen, als die Polizei erlaubt, mehrten seinen Einfluss in Neuberlin’s Supply Chain.

Während der Gründungsphase NeuBerlins galten die Märkte der Stadt als unzuverlässig; sie verscherbelten Billigware zu unfairen Preisen, Solo Mio hingegen überzeugte mit Waren von höchster Qualität. Seine Idee des dezentralisierten Meta-Schiffes EVERYTHING ermöglichte es ihm, Lieferketten zu verkürzen und Mittelsmänner zu umgehen, was den Preis drückte und Solo Mio ermöglichte, die Konkurrenz im Preis zu unterbieten. Sein Versuch, das Monopol auf NeuBerlins Logistik an sich zu reißen, ist zu Beginn der Geschichte noch in Durchführung.

Dank seiner Dienste als Beschaffer, Schmuggler und Integrator etablierte sich in NeuBerlin bald das Qualitätssiegel “The Real Solo Mio”; es kennzeichnet Waren, die höchste Qualität zum niedrigsten Preis versprechen.

Sein Helm aus Lagerarbeiterzeiten befindet sich heute in der Schauwand des Ministeriums der Schnittlauchreform.

Persönlichkeit

Solo Mio ist Mitte vierzig, gut gelaunt und für jede Nacht-und-Nebel-Fahrt zu haben, sofern am Ende des Nebels ein Hafen liegt und im Hafen jemand mit Bargeld wartet.

Während seiner Zeit als Lagerarbeiter hörte er häufig Luciano Pavarottis “’O sole mio” und glaubte irrtümlich, das Lied spreche ihn mit seinem Namen an. “’O sole mio” bedeutet sinngemäß “Meine Sonne”, während sich “Solo Mio” eher wie “Alles für mich allein” lesen lässt. Ob Missverständnis oder nicht: Er ist eine Sonne, die jeden Raum erwärmt, und den erbrachten Service anschließend in Rechnung stellt.

In ihm verbinden sich der hanseatische Kaufmann und der südländische Basarherr: Erst schenkt er seinem Gegenüber ein, schenkt ihm Vertrauen, und drückt dann den Preis runter. Er besitzt ein Talent dafür, das Gute in Menschen zu erkennen: “Wer seinen Wert noch nicht kennt, lässt sich schlecht verkaufen.” ist sein Credo.

Er ist dick und kräftig, laut und lustig, extrovertiert und stets von Menschen umgeben, die seinen schrecklichen Luciano-Pavarotti-Imitationen beiwohnen wollen – oder es müssen, weil sie noch Schulden bei ihm offen haben.

Neuen Geschäftspartnern drückt er seine typische Visitenkarte in die Hand: einen Lieferschein. Dann befiehlt er ihnen, die darauf ausgewiesenen Waren doch gleich auszuliefern.

Als begeisterter Harpunensammler treibt er sich bei allen Händlern NeuBerlins herum, immer auf der Suche nach neuen, edlen Exemplaren. Gelegentlich organisiert er Expeditionen nach Italien, um in den umkämpften Gebieten besonders seltene Harpunen aufzuspüren. Deshalb weiß er besser als die meisten, was in den Außenregionen NeuBerlins vor sich geht, und betätigt sich als Informant. Seine Dienste lässt er sich selbstverständlich bezahlen – zur Risikokostendeckung.

Fähigkeiten

Solo Mios wichtigstes Gadget ist Michaelangelo, eine von der Sixtinischen Kapelle inspirierte Harpune mit stereoskopischem Heiligenscheinvisier und sechsschüssiger Schöpfungstrommel.

Situationen, die keinen Einsatz von Michaelangelo erfordern, gewinnt Solo Mio mit Charme und Verhandlungsgeschick. Da er keine Feinde sucht, sondern stets den nächsten Coup plant, ist es unklug, sich mit ihm zu verfeinden. Er will schließlich dasselbe wie du: stinkreich werden und ein Haus aus purem Gold besitzen. Den Liefertermin hat er bereits genannt.

Beziehungen

Er hält Koko in allen Ehren.

Wenn Fibo mit seinen technischen Elaborationen beginnt, langweilt Solo Mio sich schnell und kratzt sich schon einmal die Stimmbänder für seine bevorstehende Gesangseinlage.

Mit Spasti versteht er sich ausgezeichnet. Während Spasti angewandten Marxismus betreibt und den Eigentum anderer Leute fortträgt, betreibt Solo Mio angewandte Marktwirtschaft und kauft es ihm ab. Dabei wedelt er mit Geldscheinen, von denen er immer zu viele bei sich trägt. Woher das Geld stammt, weiß niemand. Wo es landet, meistens schon.

Zitate

Über Brandstiftung

“Brandstiftung ist das Gewerbe jener Leute, die zu dumm sind, vorher das Löschwasser zu verkaufen.”

“Feuer vernichtet keinen Wert. Es überträgt ihn nur sehr plötzlich an den Baustoffhandel.”

“Wer ein Lager anzündet, hat entweder keine Ahnung von Waren – oder bereits das bessere Lagerhaus gefunden.”

“Ich lege keine Brände. Ich sorge bloß dafür, dass die richtigen Dinge zur richtigen Zeit leicht entzündlich sind.”

Über fliegende Schiffe

“Ein Schiff, das fliegen kann, hat zwei Häfen verloren und die ganze Welt gewonnen.”

“Die Schwerkraft ist auch nur ein Zollbeamter: streng, langsam und mit dem richtigen Antrieb zu umgehen.”

“Auf dem Wasser entscheidet der Wind. In der Luft entscheidet der Mut. Bezahlen muss man in beiden Fällen mich.”

“Fliegende Schiffe sind die Zukunft. Nicht weil sie fliegen – weil man unterwegs keine Hafengebühren zahlt.”

Über das Himmelfahrtskommando

Himmelfahrtskommando? Ein sehr dramatisches Wort für Leute, die noch keine Rückfahrt gebucht haben.”

“Wenn die Welt untergeht, braucht sie jemanden, der vorausfährt und nachsieht, ob dort unten noch Handel möglich ist.”

“Einer muss immer zuerst ins Verderben. Sonst weiß der Rest doch gar nicht, wohin.”

“Das Ende der Welt ist kein Grund, den Betrieb einzustellen. Im Gegenteil: Letzte Gelegenheiten haben die besten Margen.”

“Sterben werden wir alle. Die Frage ist nur, ob wir dabei Fracht mitnehmen.”

Über die Berliner Clubkultur

“Die Berliner Clubtür war die letzte funktionierende Grenze Europas. Und der Türsteher sein letzter ehrlicher Zollbeamter.”

“Ein Club ist ein Warenhaus ohne Waren: Man steht stundenlang an, bezahlt zu viel und kommt trotzdem glücklich wieder heraus.”

“Früher tanzten die Berliner drei Tage lang, um der Wirklichkeit zu entkommen. Heute würden sie drei Tage tanzen, wenn wir noch genug Strom dafür hätten.”

“Berlin hat nie Kirchen gebraucht. Es hatte Keller, Nebelmaschinen und Menschen, die montags nicht nach Hause wollten.”

“Die alten Clubs sind untergegangen, und das Prinzip lebt: Keiner weiß, wem der Laden gehört, aber irgendwer verdient prächtig.”

Über das Studieren

“Studieren ist eine ausgezeichnete Sache. Man lernt fünf Jahre lang, warum die Leute mit Geld keine Zeit dafür hatten.”

“Bildung erweitert den Horizont. Ein guter Handel erweitert das Grundstück.”

“Ich habe nie studiert. Ich beschäftige Menschen, die das für mich getan haben.”

“Ein Abschluss beweist, dass du lange an einem Ort sitzen kannst. Auf einem Schiff ist das immerhin nicht völlig nutzlos.”

“Theorie ist, wenn du weißt, warum die Ware nicht angekommen ist. Praxis ist, wenn du trotzdem eine Rechnung schreibst.”

Über Salt Brah

Salt Brah ist ein Genie. Leider gehört er zu jener Sorte Genie, die zuerst eine Regierung stürzt und anschließend fragt, wer das Bühnenlicht bezahlt.”

“Salt macht aus Kunst eine Waffe. Ich mache aus Waffen Handelsware. Deshalb respektieren wir einander.”

“Wenn Salt Brah eine Tür eintritt, verkaufe ich dem Besitzer eine neue. Revolution ist schließlich auch nur Nachfrage mit Anlauf.”

“Seine Konzerte bringen zehntausend Menschen auf die Straße. Meine Lieferungen sorgen dafür, dass sie dort nicht verhungern. Jeder hat eben sein Instrument.”

“Salt gründet Stiftungen, kapert Frequenzen und beleidigt Autoritäten. Ein ausgezeichneter Mann – solange man Vorkasse verlangt.”

“Ob ich Salt vertraue? Ich vertraue darauf, dass er genau dort auftaucht, wo sämtliche Vorschriften ausdrücklich sagen, dass er nicht auftauchen darf.”

Salt Brah will die Welt befreien. Ich möchte nur wissen, wem sie danach gehört.”