
Kurzprofil
Die Kantine ist selbstredend die Kantine von Neuberlin. Falls die Betonung nicht eindeutig genug war: Die Kantine ist die Quelle, DIE Quelle, in der Verschwörungstheorien über Wolke 7000 und Schöneberger Fischsuppe zusammenkommen; sowie alle hungrigen Menschen der Stadt; oder solche, die eh nichts zu tun haben.
Fressen
NeuBerlin geizt mit Strom wie sonstwas. So hat sich die Phrase “Wer allein kocht, hat entweder zu viel Strom oder keine Freunde.” zur Plot-Engine des neuen Social-Eatings entwickelt. Naheliegend also, dass die Menschen von NeuBerlin es bevorzugen, lieber in den Kantinen von NeuBerlin für sich allein zu hocken und lustlos im Moabiter Muscheltopf zu stochern, anstatt Zuhause vor dem Bildschirm. Die Kantine Stixx befindet sich an den Docks zur Hermannstraße 90, drei Flaschenwürfe vom Tempelhof Diskoord entfernt.
Hier der speisekarte.
Für die Story erfüllt die Kantine einige Funktionen:
- Schwarzes Brett für die “Most Wanteds”
- Konzertsaal
- Tauschbörse
- Notunterkunft bei Sturm
- Stammtisch für Verschwörungstheorien über Wolke 7000
- Der Ort, an dem Fibo und Spasti zum ersten Mal erzählerische Hasskappe schieben
Grundsätzlich
Die Kantinen gelten als Magen und Darm der NeuBerliner Infrastruktur. Sie entstanden aus einer einfachen Energieverordnung: Statt tausender privater Herdplatten sollte jeder Häuserblock eine gemeinsame Großküche betreiben. Aus der Sparmaßnahme entwickelte sich innerhalb weniger Jahre die sättigsten Kantinen der Stadt.
Heute besitzt nahezu jedes Viertel seine eigene Kantine – unverwechselbar, laut und zu Stoßzeiten gut gefüllt. Morgens treffen sich Kids und Pendler zum Frühstück, Mittags essen die Berufstätigen, abends wird auf improvisierten Bühnen der hiesige Kulturbetrieb vom Stapel gelassen.
Jede Kantine pflegt ihre eigenen Rezepte und Eigenheiten. Manche sind berüchtigt für ihre Algen-Buletten, andere für fermentierten Karpfen oder Kartoffelsuppe nach Familienrezepten, die angeblich noch aus dem alten Wedding stammen. Zwischen den Tischen wird getauscht, gefeilscht, gestritten und versöhnt. Wer NeuBerlin verstehen will, beginnt am besten in den Kantinen.
Da die meisten Gebäude direkt an den Wasserstraßen liegen, besitzen die Kantinen breite Holzstege statt Parkplätze. Lieferboote legen im Minutentakt an, Kinder springen vom Kai ins Wasser, während draußen Wassertaxis hupen und Lastkähne vorbeiziehen. Im Sommer öffnen sich die großen Falttore zur Uferpromenade; die Grenze zwischen Küche, Straße und Kanal verschwimmen.
Manchmal stürmt ein schlechter Hafenarbeiter in die Kantine und brüllt:
""Ey, wer hat denn schon wieder’n Lastenkahn auf’m Liefersteg geparkt?!”
Worauf die Bedienung, ohne aufzusehen, antwortet:
“Det is keen Lastenkahn. Det is Dieters Wohnzimmer.”
Joa, und so weiter.